Mit dem Barcamp Rhein-Neckar fand an diesem Wochenende erstmals ein Barcamp in Heidelberg statt. Ich ließ mir die Premiere natürlich nicht entgehen, weshalb ich heute auf eine mehr als gelungene Veranstaltung zurückblicke. Aber eins nach dem anderen…

Barcamp Rhein-Neckar

Mit Julia und Nathan kenne ich zwei der Organisatoren des #bcrn15 schon eine ganze Weile. Daher erzählten sie mir vor einigen Monaten durch die Blume stolz von ihrem geplanten Barcamp-Projekt. Für mich also ein absolutes Muss in Heidelberg aufzuschlagen, um zu schauen, was die beiden mit ihrem Team auf die Beine gestellt haben. Daher freute ich mich wie ein Schnitzel, als dann am Samstagmorgen endlich die Pforten des Dezernat 16, einem alten Feuerwehrhaus, geöffnet wurden.

Mit ungefähr 130 Personen – bei einem No-Shower-Anteil von geschätzten 18 Prozent – war die Teilnehmerzahl des Barcamps eher überschaubar. Meiner Meinung nach ein großer Pluspunkt, da es sich in „kleineren“ Gruppen, die sich auf insgesamt sieben Sessionräume aufteilten, nicht nur besser netzwerken lässt, sondern gleichzeitig konstuktivere Gespräche und Diskussionen in den einzelnen Sessions entstehen.

bcrn15

Die von mir besuchten Sessions

Anhand der Schlange bei der Vorstellung der einzelnen Sessions war schnell klar, dass der Sessionplan innerhalb kürzester Zeit ausgefüllt sein würde. Das beruhigte mich ein wenig, denn ich hatte wie auch schon beim Barcamp in Karlsruhe nichts vorbereitet. Schande über mein Haupt, aber wie es das Regelwerk besagt, ist es sowieso viel wichtiger, dass die Newbies eine Session halten. Und davon gab es glücklicherweise jede Menge.

Fünf Timeslots beim #bcrn15 bedeuteten zugleich fünf potenzielle Vorträge, die ich mir anschauen konnte. Welche das waren, will ich euch kurz und knackig beschreiben:

  • „Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“ von Erik (@derExperte)
    In einem kleinen Atelier, das eigentlich für Näharbeiten und Modezeugs genutzt wird, erzählte uns Erik davon, auf was es bei Patientenverfügungen ankommt und wie wichtig diese doch sind, vor allem für die jeweiligen Angehörigen. Eine Session, die mich definitiv zum Handeln angeregt hat, nicht nur während des Vortrages.

  • „How to hire remote worker“ von Simon (@powtac)
    In der Turnhalle machte ich es mir dann für die zweite Session bequem. Hier bezog sich Simon vor allem auf die Freelancer-Plattform oDesk und beschrieb, wie er beim Anstellen von Remote-Mitarbeiter vorgeht und was es zu beachten gilt. Wichtigste Erkenntnis: Bei der Suche nach Freelancern die Filterfunktion nutzen und schauen, dass man Mitarbeiter mit Entwicklungspotenzial bekommt.
  • „IchbinBW“ von Frederik (@TheInfredible)
    Um Content Curation, also das Erstellen von Inhalten durch wechselnde Personen, ging es in der Session von Frederik. Wer aus Baden-Württemberg kommt oder dort lebt und über einen Twitter-Account verfügt, sollte unbedingt mal für eine Woche den Twitter-Account @ichbinBW übernehmen. Auch ich war schon BW und habe damals meine Wahl-Heimatstadt Offenburg vertreten. Wie das ganze funktioniert, erfahrt ihr unter ichbinbw.de.
  • „Productivity“ von Frank (@fwhamm)
    Dass die Session über Produktivität gut ankam, zeigte sich vor allem darin, dass 15 Minuten der eigentlichen Kaffeepause dafür geopfert wurden, um sich nach dem Vortrag intensiv über die Thematik auszutauschen. Für mich die vielleicht beste Session an diesem Tag, da sie nicht nur gut aufbereitet war, sondern auch zu einem guten Austausch innerhalb der Gruppe führte.
  • „Zeitmanagement“ von Gunthart (@gunthartmau)
    Um meine Selbstorganisation voranzutreiben ging ich nach der Produktivitäts-Session direkt zum Zeitmanagement über. In seinem Vortrag erläuterte Gunthart unter anderem die Eisenhower-Methode sowie das Pareto-Prinzip. Kurzum: Es kommt auf die Tätigkeiten an, die wirklich von Bedeutung sind und tatsächlich zum Erfolg führen.

„Nobody is perfect“ oder doch?

Die Zwischenüberschrift soll die Leistung des Orga-Teams des Barcamp Rhein-Neckar keineswegs schmälern. Was die Organisatoren, „Engel“ und auch Sponsoren initiiert haben, war wirklich allererste Sahne. Mich freut es vor allem für Julia und Nathan, die vor ein paar Monaten noch etwas ungewiss an das Projekt Barcamp herantraten, sich seitdem einiges von anderen Barcamps abgeschaut hatten und nun mitgeholfen haben, ein (fast) einwandfreies Barcamp aus dem Boden zu stampfen.

Ein paar klitzekleine Punkte gab es jedoch doch zu bemängeln:

  1. Die Vorstellungsrunde wurde zwar gekürzt, was mir gut gefallen hat, dafür wurde die Vorstellungswand von den Teilnehmern allerdings so gut wie gar nicht wahrgenommen. Es stellt sich also die Frage, ob man nicht doch wieder zu den alten Abläufen zurückkehrt.
  2. Eine WLAN-Verbindung ohne Anmeldung gab es, doch diese funktionierte nur sehr schleppend, sodass ich die meiste Zeit auf mein eigenes Datenvolumen zurückgreifen musste.
  3. Die Twitterwall war auf Grund der Sonneneinstrahlung anfangs nur schwer zu erkennen. Auch die darin eingebundenen Netzwerke waren mir dann doch zu viel, sodass auf einer Twitterwall künftig auch nur Twitter zu sehen sein sollte.

Mit den negativen Punkten soll es das aber auch schon gewesen sein, denn die positiven Aspekte überwiegen ganz klar: Coole Location, ein „symbadisches“ und stets gut gelauntes Orga-Team, super Cateringservice, Kinderbetreuung, viele neue Barcamper, ein cooles Barcamp-Shirt, lange Mittagspause zum Netzwerken…

Ich für meinen Teil freue mich auf alle Fälle riesig auf eine zweite Ausgabe vom Barcamp Rhein-Neckar und sage DANKE an das Organisationsteam für eine unheimlich gute Premiere in Heidelberg.


Barcamp Rhein-Neckar: Eine unheimlich gute Premiere
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