In der vergangenen Woche habe ich von einem guten Freund eine Facebook-Nachricht mit dem Link zum Cluetrain-Manifest erhalten, da er das Dokument anfangs für einen Social-Media-Leitfaden hielt. Völlig zurecht, da viele der 16 Jahre alten Thesen problemlos auf die sozialen Medien übertragen werden können, obwohl Facebook & Co. im Jahr 1999 weder existierten noch in Planung waren.

Das Cluetrain-Manifest und Social Media

Seit dem 8. Januar gibt es eine völlig neue Version mit dem Titel „New Clues“, die mir bis zur besagten Facebook-Nachricht auch noch nicht bekannt war. Im heutigen Blogbeitrag blicke ich allerdings auf das Original der US-Amerikaner Rick Levine, Christopher Locke, Doc Searls und David Weinberger zurück, das 1999 die Beziehung zwischen Unternehmen und ihren Kunden in der Hochzeit des Dotcom-Booms durchleuchtet.

Warum die Thesen optimal auf den Umgang von Unternehmen mit sozialen Median projiziert werden können, sollen die folgenden zehn Thesen belegen, welche ich für euch rausgesucht habe.

Anwendung des Cluetrain-Manifests auf soziale Medien

  • „Märkte sind Gespräche.“
  • „Unternehmen, die nicht realisieren, dass ihre Märkte jetzt von Mensch zu Mensch vernetzt sind, deshalb immer intelligenter werden und sich in einem permanenten Gespräch befinden, verpassen ihre wichtigste Chance.“
  • „Unternehmen können zum ersten Mal mit ihren Märkten direkt kommunizieren. Wenn sie bei diesen Gesprächen versagen, könnte das ihre letzte Chance gewesen sein.“
  • „Die Unternehmen müssen lockerer werden und sich selbst weniger ernst nehmen. Was sie brauchen, ist ein Sinn für Humor.“
  • „Um mit menschlicher Stimme zu sprechen, müssen die Unternehmen die Anliegen und Besorgnisse ihrer Communities – der Gemeinschaft ihrer Marktteilnehmer – teilen.“
  • „Wir wollen Zugang zu euren Unternehmensinformationen, zu euren Plänen und Strategien, euren besten Ideen und eurem wirklichen Wissen. Wir werden uns nicht zufriedengeben mit der Vierfarb-Broschüre, mit Websites aus einer Zuckergussfassade, aber ohne Inhalte.“
  • „Wenn ihr wollt, dass wir uns mit euch unterhalten, dann erzählt uns was. Zur Abwechslung mal etwas Interessantes.“
  • „Ihr möchtet, dass wir bezahlen? Dann solltet ihr uns besser eure Aufmerksamkeit schenken.“
  • „Wir wollen, dass ihr 50 Millionen von uns genauso ernst nehmt wie einen Reporter vom Handelsblatt.“
  • „Wir haben Besseres zu tun, als uns darüber Sorgen zu machen, ob ihr euren Wandel noch rechtzeitig in den Griff bekommt, um mit uns ins Geschäft zu kommen. Das Geschäft ist nur ein Teil unseres Lebens. Euch scheint es voll und ganz zu vereinnahmen. Denkt mal darüber nach: Wer braucht hier eigentlich wen?“

Quelle: The Cluetrain Manifesto, 1999

Neuauflage der Thesen von 1999 erschienen

Schon erstaunlich, was vor 16 Jahren in The Cluetrain Manifesto, wie der Originaltitel lautet, festgehalten wurde, oder? Daher lohnt es sich durchaus – insbesondere aus Unternehmenssicht – alle Thesen bei einer Tasse Tee durchzulesen und die Gedanken darüber schweifen zu lassen:

  • The Cluetrain Manifesto (englische Version)
  • Das Cluetrain-Manifesto (deutsche Version)

Eine zweite Tasse Tee solltet ihr euch aufsetzen, um die aktuelle Version New Clues durchzulesen, bei der David Weinberger und Doc Searls ein weiteres Mal ihre Köpfe zum Rauchen gebracht haben. Viel Spaß dabei!

Das Cluetrain-Manifest von 1999: Ein Plädoyer für Social Media
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