Nur noch wenige Tage bis die neue NBA-Saison beginnt. Eigentlich ein Grund zur Freude, zumal die Basketball-EM trotz des schlechten Abschneidens unserer Nationalmannschaft neues Basketballfieber in unseren Landen entfacht hat. Bei mir auch, doch in Bezug auf die NBA mag bei mir der Funke seit der Saison 2007/08 nicht mehr richtig überspringen. Das hat einen Grund.

Seattle SuperSonics

In elf Tagen ist der Tipp-off des Eröffnungsspiels der Atlanta Hawks gegen die Detroit Pistons. Mit dabei sein wird auch Dennis Schröder, unser künftiger – und bei der Europameisterschaft noch stark in die Mangel genommene – Superstar Dennis Schröder. Auch Dirk Nowitzki, der NBA-Champion von 2011, schnürt seine Nike-Stiefel ein weiteres Jahr für die Dallas Mavericks. Alles schön und gut, aber irgendetwas fehlt doch, oder?

Ich, ein absoluter NBA-Freak der 1990er Jahre

In der Saison 1993/94 begann meine Mutation zu einem wahren Basketballfreak. Nicht nur, dass ich nach der Schule jeden Tag auf dem Basketballplatz meine Körbe warf, sofern mich die größeren Jungs mitspielen ließen. Ich schaute mir auch jede Folge von Jump Run mit Lou Richter auf Sat 1 an und ein Jahr später Inside NBA auf DSF an.

Es herrschte Mitte der 1990er Jahre eine wahre Basketballeuphorie in Deutschland, die sicherlich mit dem Gewinn des Europameistertitels unseres damaligen DBB-Teams zu tun hatte. Wahrscheinlich aber auch mit einem Spieler, der diesem Team zu dieser Zeit nicht angehörte, aber trotzdem der beste Spieler unseres Landes war: Detlef Schrempf.

Schrempf war für mich das Idol meiner Jugend, von dem ich mir sämtliche Schritte und Würfe abschaute und sie versuchte nachzuahmen. So athletisch wie sein Teamkollege Shawn Kemp, der ebenfalls in die Liste meiner Basketballhelden aufstieg, war er zwar bei Weitem nicht, dafür aber unheimlich effektiv, in dem, was er Spiel für Spiel auf dem Platz ablieferte.

Beide spielten zu diesem Zeitpunkt für die Seattle SuperSonics, einem Team, das vor allem wegen Detlef Schrempf zu meinem absoluten Lieblingsteam avancierte und in den 1990er Jahren überaus erfolgreich war, auch wenn es nach 1979 zu keinem weiteren Titel mehr reichte. Dafür aber immerhin zu einem Finaleinzug 1996 als sich das Team um Gary Payton, Shawn Kemp und Detlef Schrempf den Chicago Bulls mit Scottie Pippen und einem gewissen Michael Jordan geschlagen geben musste.

 

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Ein von NBA Seattle Supersonics (@seattlesupersonicsnba) gepostetes Foto am

Das Ende der Seattle SuperSonics

Die Zeit verging und ich nannte mich zurecht einen riesengroßen SuperSonics-Fan, kannte ich doch alle Statistiken auf Grund der Trading Cards von UpperDeck und Co. in und auswendig. Von meinem ersparten kaufte ich mir ein Trikot Shawn Kemp, obwohl es eigentlich eines von Schrempf mit der Nummer 11 hätte sein sollen. Aber irgendwie dachte ich mir, dass ich mit dem Kemp-Shirt, das mir übrigens heute noch passt, cooler in der Schule ankommen würde.

Die NBA und die Spiele der Sonics anzuschauen war einfach großartig, auch wenn nach und nach die Übertragungen eingestellt wurden. Fan war ich aber trotzdem noch und dank des Teletextes und später dem Internet war ich auch ohne die Hilfe der abgesetzten Basketballsendungen auf dem neuesten Stand.

Doch als die Saison 2007/08 begann und bekannt wurde, dass es die letzte Spielzeit meiner SuperSonics werden würde, zerbrach meine heile Basketballwelt in kleine Stücke. Wen sollte ich denn anfeuern, wenn es das Team im Nordwesten der USA nicht mehr geben würde. Die Dallas Mavericks etwa, weil dort Dirk Nowitzi spielte? Sympathisieren auf alle Fälle, da Nowitzki ein absoluter Held ist, aber eine Passion für die Mavs entwickeln? Nein.

Mit dem diskutierten Wegfall und Umzug der Seattle SuperSonics nach Oklahoma City hatte ich also keinen Basketballverein mehr in der NBA. Irgendwie ziemlich bescheuert, eine Liga aus neutraler Sicht zu verfolgen. Es blieb mir von da an nichts anderes übrig als zu hoffen, dass die Sonics irgendwann wieder auftauchen würden.

Die Saison 2015/16 kann kommen, wenn auch ohne Sonics

Fakt ist, dass es auch in der kurz bevorstehenden Spielzeit kein Team aus Seattle geben wird. Nichtsdestotrotz freue ich mich seit diesem Jahr auf die kommende NBA-Saison wie lange nicht mehr zuvor. Sämtliche Statistiken, Stationen und Größe der Spieler sind mir zwar unbekannt, aber aller (Neu-) Anfang ist schwer.

Das Video „This Is Why We Play“ macht auf alle Fälle extrem viel Lust auf den Start in elf Tagen und war dafür verantwortlich, dass es diesen Blogbeitrag über die Seattle SuperSonics und meiner Verbindung zur NBA überhaupt gibt. Und irgendwie fühlt es sich unheimlich gut an, sich endlich wieder mit der National Basketball Association auseinander zu setzen. Denn so intensiv, wie in der vergangenen Stunde, habe ich es lange nicht mehr.

Vielleicht ergeht es dir beim Anblick des folgenden YouTube-Videos ähnlich wie mir und es entfacht neues NBA-Feuer in dir. Mit Kevin Durant ist sogar ein Ex-Sonic zu sehen. Immerhin. Ach ja, Fan einer anderen Mannschaft werde ich auch diesmal nicht werden, denn eines ist sicher: Einmal Sonics, immer Sonics!

Bildquelle: Austin Ban | unsplash.com

NBA-Saison 2015/16: Ein weiteres Jahr ohne meine Seattle SuperSonics

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