Neue Facebook Fans durch Spendenaktionen

VonDaniel Schöberl

Neue Facebook Fans durch Spendenaktionen

Ein bisschen beschämt bin ich schon, dass ich es in der vergangenen Vorweihnachtszeit nicht auf die Reihe bekommen habe, eine erneute Spendenaktion zu starten, wie im Jahr 2011, als immerhin ein paar Euro durch #bloggingforfunds zu Stande kamen.

Etwas mehr Enthusiasmus verspürte dagegen Pascal Horn, ein Arbeitskollege von mir, der ein kleines Experiment für einen wohltätigen Zweck wagte. Obwohl es natürlich ein Ziel von ihm war möglichst viele Spenden zu generieren, so bestand seine Absicht eben auch darin, neue Fans für seine Facebook Seite zu gewinnen. Eine Art Symbiose sozusagen.

via Pascal Horn

Hinter der Spendenaktion selbst steckte leider wie so oft eine sehr traurige Geschichte. So hatte eine Familie aus Calw, dem Heimatort von Pascal, durch einen Brand nahezu alles verloren (Artikel zum Brand). Grund genug für ihn, seinen bis dahin eigentlich stillgelegten Newsblog Calwbase wieder aufleben zu lassen, um ihn als Plattform zur Unterstützung der Familie zu nutzen.

Wie es sich für einen anständigen Blogger gehört, wurde der Beitrag umgehend auf der gleichnamigen Facebook Seite verteilt. Die Folge war, dass die damals 792 Fans sichtlich gerührt vom Ereignis waren und erste Schuh- und Kleiderspenden angeboten hatten. Darauf basierend entstand schließlich die Idee anstatt Sachspenden vorzugsweise monetäre Mittel einzutreiben. Wie genau, habe ich dem Originalartikel „Mehr Facebook Fans mittels Spendenaktionen erhalten“ entnommen:

Da ein Spendenkonto eingerichtet wurde und ich auch etwas beitragen wollte, habe ich mich für einen “Social Media Test” entschieden. Ich startete eine Spendenaktion, bei der ich aus privater Tasche 10 Cent für jeden bereits bestehenden und für jeden noch kommenden Fan spende.

Die Rahmenbedingungen waren, dass ich 10 Cent für jeden Facebook Fan spende, welchem bis zur Silvester-Mitternacht die Facebook-Seite von Calwbase gefällt (also Klick auf “Gefällt mir”). Vorsorglich hatte ich auch einen maximalen Spendebetrag von 250,00 Euro genannt, denn Millionär bin ich ja auch nicht. Es gab noch den Hinweis, dass ich Calwbase ab 1.000 Fans reaktivieren würde.

Ergebnis der Facebook-Spendenaktion: 35% mehr Fans in 11 Tagen

Bei der Aktion habe ich der Community empfohlen meine Facebook-Seite ihren Freunden weiterzuempfehlen mit gerade dem Hinweis auf die Spendenaktion. Noch am ersten Tag der Spendenaktion konnte ich so 81 neue Fans verzeichnen.

Auch der zweite Tag war außergewöhnlich stark. 60 neue Fans sind eine Hausnummer für eine Facebook-Seite, die seit Monaten nicht mehr aktiv war. Mit der Zeit nahmen die neuen Fans mehr und mehr ab.

Aber nach 11 Tagen konnte ich 1.071 Fans vorweisen eine Steigerung um 279 Fans – eine Steigerung um über 35 Prozent!

Übrigens: Der erste Aufruf zur Spendenaktion hatte in der ersten Woche eine Viralität von 23,71 Prozent. Wer weiß wie schwer es ist, auch nur ein paar “Gefällt mir” zu bekommen der weiß, dass eine riesige Summe an Teilnehmern diesen Post geliked, geteilt und kommentiert hat. Dieser wurde mit dem Bild des Brandes versehen und hervorgehoben.

Aufwand und erreichte Ergebnisse

Setze ich das ins Verhältnis zum Spendenaufwand pro neuen Fan, so zahle ich pro Fan 0,38 bis 0,39 Cent. Das ist ein sehr guter Wert dafür, dass ich gleichzeitig noch gutes damit tue.

Insgesamt kamen 27,90 Euro zusammen, was auf den ersten Blick nicht allzu viel ist. Von größerer Bedeutung aber ist der Fakt, dass Pascal durch sein Projekt andere auf den Brand und die Folgen aufmerksam gemacht hat und somit weitere nicht messbare Unterstützungen in die Wege geleitet hat.

Auf der anderen Seite sind die Kosten pro gewonnenem Fan nicht nur außerordentlich gering. Auch die gewünschte Zielgruppe für den Newsblog Calwbase wurde auf Grund der Beziehung zum Ort des Geschehnisses erreicht, was bei sonstigen Spendenaktionen und Gewinnspielen nur sehr selten der Fall ist.

Prominentestes Beispiel hierfür ist die Sparkasse, die in der Vergangenheit damit warb, für jeden neuen Fan 1 Euro an die Blutspende Kampagne „Junge Helden e.V.“ zu spenden. Daumen hoch für diese Geste. Doch wenn man ehrlich ist, wird das Kreditinstitut außer einer positiven Imagekommunikation kaum einen Mehrwert aus dieser Aktion erzielt haben. Insbesondere die Zielgruppe war in diesem Fall definitiv zu weitläufig.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich die Spendenaktion aufmerksam mitverfolgt habe und es daher das Mindeste war, einen Beitrag darüber zu veröffentlichen. Vielleicht habe ich damit auch mein eigenes Gewissen bereinigt, da ich im vergangenen Jahr in Sachen Spendenprojekt rein gar nichts auf die Beine gestellt bekommen habe.

… und natürlich noch eine ordentliche Portion Applaus für Pascal!

Über den Autor

Daniel Schöberl administrator

2 Kommentare bisher

PascalEingestellt am4:48 am - Jan 26, 2013

Danke Daniel, die Schreibweise der Worte bedeutet mir sehr viel. =)

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