Fortschritt der Technik = Volksverdummung?

VonDaniel Schöberl

Fortschritt der Technik = Volksverdummung?

In den vergangenen Tagen ist es mir irgendwie ganz besonders ins Auge gestochen: für jede noch so kleine Alltagssituation werden technische Hilfsmittel herangezogen. Nicht nur, dass ich dies bei Personen in meiner näheren Umgebung zunehmend feststelle, vielmehr schone ich selbst meine Synapsen und greife vermehrt auf Computer, mobile Endgeräte & Co. zurück.

Fortschritt der Technik = Volksverdummung?

Dies wiederum wirft die Frage bei mir auf, ob uns dieser Schnickschnack tatsächlich weiterhilft oder ob wir durch die Bequemlichkeit und Inanspruchnahme einzelner Tools nicht langsam verblöden. Sorry hierbei für die unqualifizierte Ausdrucksweise.

Wieso sollte man als Normalsterblicher auch einen Stadtplan in ausgedruckter Version heranziehen, wenn man doch bereits die brandaktuelle App für das Smartphone heruntergeladen hat, die sogar den vor zwei Tagen eröffneten Starbucks um die Ecke anzeigt? Selbst über Jahre hinweg etablierte Busfahrpläne werden verstärkt ignoriert. Schließlich zeigt mir die App dank GPS nicht nur meinen aktuellen Standort an, sondern listet mir ausführlich und in sekundenschnelle auf, wie ich am schnellsten von A nach B komme.

Ein Ereignis, welches einen kurz andauernden Hass in mir bezüglich Apps und sonstigem technischen Schnickschnack geschürt hat, war der letzte Besuch beim Quizabend in meiner Lieblingskneipe vor gut drei Wochen. Insgesamt 30 Fragen waren zu beantworten. Dem Gewinner winkte ein Getränkegutschein, wobei es den meisten Gästen lediglich um „A mords Gaudi“ ging. Diese wurde jedoch dadurch getrübt, dass an den beiden Nachbartischen fleißig via iPhone gegoogelt wurde. Der Sieg ging somit an die Technik, meine Begleiter und ich waren die Dummen.

Das „Gehirn outsourcen“ erfreut sich an einer immer größerer Beliebtheit. Ein ganz aktuelles Beispiel dazu ist auch das Nike+ Fuelband, welches mir spontan einfällt. Anhand von Beschleunigungssensoren erfasst es Werte wie aktiv man im Laufe des Tages ist. Regelmäßig erinnert die durchaus nette Spielerei einen daran, sich zu bewegen und Sport zu treiben. Selbstverständlich ist Bewegung wichtig, aber brauche ich dafür ein Tool, durch welches ich mich anstatt bestätigt vielleicht sogar eher unter Druck gesetzt fühle?

Was den heutigen Artikel betrifft, so wollte ich einfach mal ein bisschen Dampf ablassen und ich denke, dass das gewählte Thema in Zukunft durchaus an Brisanz gewinnt. Natürlich nutze auch ich zahlreiche (sinnlose) Apps, berechne Ergebnisse mit dem Taschenrechner und blicke bei Autofahrten auf das Navigationsgerät. Selbst die Geburtstage meiner „Freunde“ lasse ich mir wöchentlich von diversen sozialen Netzwerken ausspucken.

Aber genau diese Dinge sind es, die mich daran zweifeln lassen, ob sie sich langfristig positiv auf uns auswirken. Es gilt also eine Mischung aus dem sinnvollem Einsatz von technischen Hilfsmitteln zu finden und dem Einschalten des eigenen Gehirns, auch wenn es auf Grund der Bequemlichkeit und Zeitersparnis oftmals nicht allzu leicht fällt.

Über den Autor

Daniel Schöberl administrator

8 Kommentare bisher

Hannes SchleehEingestellt am7:01 pm - Jan 12, 2013

Tja wenn man nicht outsourced, droht der Informationsoverflow! 😉 Zu dem Thema habe ich kürzlich auch einen Artikel geschrieben. http://schleeh.de/die-krux-mit-der-effizienz/

Hannes SchleehEingestellt am7:01 pm - Jan 12, 2013

Tja wenn man nicht outsourced, droht der Informationsoverflow! 😉 Zu dem Thema habe ich kürzlich auch einen Artikel geschrieben. http://schleeh.de/die-krux-mit-der-effizienz/

    danielschoeberlEingestellt am7:19 pm - Jan 13, 2013

    Ein Informationsoverflow ist natürlich eine der Gefahren. Wie im Artikel bereits erwähnt, denke ich, dass die richtige Mischung das Erfolgsgeheimnis ist. Sehr schöner Artikel „Die Krux mit der Effizient“ übrigens.

    Schönes Restwochenende, Daniel.

WhatsApp: Der ständige Konflikt mit dem Smalltalk-Messenger | DanielSchoeberl.comEingestellt am8:39 pm - Feb 10, 2014

[…] App-Diät durchzuführen. Sozusagen als guten Vorsatz für 2014. Zeitfressende, verwaiste oder sinnlose Hilfsmittel landeten somit schnurstracks im digitalen Papierkorb. Als mein Finger schließlich auf der grünen […]

WhatsApp: Der ständige Konflikt mit dem Smalltalk-Messenger | DanielSchoeberl.comEingestellt am8:39 pm - Feb 10, 2014

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Digitale Entgiftung oder unsozial durch soziale MedienEingestellt am8:11 am - Mrz 3, 2015

[…] toll, langfristig aber nur nutzlose Zeitdiebe. Mit einem ähnlichen Thema hatte ich mich in einem vergangenen Blogartikel etwas näher auseinander […]

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