Poetry Slams als Brutstätte für Virals

VonDaniel Schöberl

Poetry Slams als Brutstätte für Virals

In den vergangenen Tagen entwickelte sich Julia Engelmann von der Schauspielerin und Psychologie-Studentin zu einem wahren YouTube-Star. Schuld daran ist ein Vortrag beim 5. Bielefelder Hörsaal-Slam im vergangenen Mai, der sich einige Monat später durch einen Blogbeitrag von Kai Thrun zu einem wahren Feuerwerk entwickelte und mittlerweile die Marke von 2,5 Millionen Views überschritten hat.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=DoxqZWvt7g8&w=560&h=315]

Keine Frage, der Text im Video wird nicht nur einwandfrei und professionell von der aus der Soap „Alles was zählt“ bekannten Bremerin vorgetragen, der Inhalt bewegt zugleich die Massen. Laien sind bei Poetry Slams nur selten anzutreffen, da bei den Teilnehmern trotz eines lockeren Umfelds stets der Wettbewerbsgedanke im Vordergrund steht – heftige Wortgefechte eben!

Doch wann erreicht ein solcher Vortrag tatsächlich einen viralen Effekt? Meiner Meinung nach gibt es hierfür fünf Punkte, die ausschlaggebend für eine erfolgreiche Streuung im World Wide Web sind, nämlich:

  1. Entertainmentfaktor
  2. ausgeflippte Idee
  3. klare Botschaft
  4. Wiedererkennungswert des Zuhörers
  5. digitaler Wirt, der das Video in Umlauf bringt

Mit ihrem „Appell an die Unvernunft“ hat Julia Engelmann voll ins Schwarze getroffen und die obigen Punkte erfolgreich abgehakt. Hinsichtlich meiner Top 3 der Poetry Slammer muss sich die smarte Blondine aber dennoch zwei männlichen Teilnehmern geschlagen geben, nämlich Patrick Salmen und Neil Hilborn, die mich mit ihren optimal sortierten Wortfetzen definitiv umgehauen haben.

1. Patrick Salmen – „rostrotkupferbraunbronze“

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=34VNA3HcP5U&w=420&h=315]

2. Neil Hilborn – „OCD“

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=vnKZ4pdSU-s&w=560&h=315]

Wenn Ihr weitere sehenswerte Beiträge kennt, freue ich mich über die Nennung in den Kommentaren unter dem Blogpost. Guter Content muss schließlich geteilt werden.

Über den Autor

Daniel Schöberl administrator

2 Kommentare bisher

junaimnetzEingestellt am1:52 pm - Jan 24, 2014

Gerade las ich den Beitrag, der bei spreeblick verlinkt ist (und den spreeblick-Text „Don´t slam poetry“ noch mal, beide sehr lesenswert) und dachte: „Ich frage mich, ob der Daniel darüber etwas schreiben wird. Voilá, er schrieb bereits :))
Meine Favourites und zwei sehr gute Links in den Kommentaren findest Du bei mir: http://www.junaimnetz.de/slam-poetry-yeah. Eine Frage: Was mich wahnsinnig interessiert hätte, ist, wie Du die Bewegung im Netz beurteilst, also von „plötzlicher Hype“ (der mir persönlich etwas unerklärlich war, bis ich Deine Faktoren las) über totalen Verriss bis hin zu „Hey, jetzt regt Euch mal alle wieder ab“ und dem Teilen und Posten von spoken word poetry und Poetry Slams. Wenn Du nächste Woche nicht weißt, was Du bloggen sollst, würde ich mich sehr freuen, wenn Du was darüber schreibst 🙂

    danielschoeberlEingestellt am10:43 pm - Jan 25, 2014

    Da hatten wir nahezu zeitgleich die Idee über den aktuellen Hype von Poetry Slams zu bloggen. Finde das Thema auch absolut spannend. Ob ich in der kommenden Woche nochmals darüber bloggen werde, kann ich noch nicht versprechen, aber mich interessiert die von dir aufgegriffene Fragestellung selbst sehr. Werde mir dazu, wenn auch nicht im „written word“ definitiv nochmal Gedanken machen. 😉

    Viele Grüße, Daniel.

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