Social TV = Social Media + TV

VonDaniel Schöberl

Social TV = Social Media + TV

„NBC Giga“, „Gottschalk Live“, „Berlin Tag und Nacht“ und sogar der „Tatort“ haben eines gemeinsam: Sie alle bedienen sich an sozialen Netzwerken und anderweitigen interaktiven Medien, um durch die Einbindung des Publikums während der Ausstrahlung an Attraktivität zu gewinnen. Wirklich erfolgsversprechend war diese Strategie bisher jedoch bei den Wenigsten.

Ist das Social TV somit vor dem Ende, bevor es überhaupt richtig begonnen hat? Nicht wirklich, denn mit der „Rundshow“ im (durchaus konservativen) Bayerischen Fernsehen findet momentan eine Art TV-Revolution statt. Ich schreibe diesen letzten Satz bewusst etwas in den Himmel gelobt, da ich mittlerweile ein absoluter Fan der Sendung geworden bin und ich das Konzept einfach weltklasse finde.

via http://blog.br.de/rundshow/

Vor nunmehr knapp drei Wochen startete die vom Blogger Richard Gutjahr ins Leben gerufene Fernsehshow im Dritten, bei der es primär um die Verschmelzung von sozialen Netzwerken mit dem Fernsehen geht. Das Ziel dabei ist es, die Zuschauer an der Themenwahl sowie dem Ablauf der fast täglich stattfindenden Livesendung teilhaben zu lassen.

Zu aktuellen Themen, wie zum Beispiel der Vorratsdatenspeicherung oder dem ESC in Baku, können Interessierte via Facebook und Twitter Kommentare oder Fragen an die Studiogäste der Rundshow senden, die natürlich auch berücksichtigt werden (sofern halbwegs sinnvoll). Auch in Form eines Google+ Hangouts kann man sich live in die Sendung einschalten und mitdiskutieren. Wer bisher also noch nicht im Fernsehen war, der hat hier die einmalige Chance.

Ein nettes Tool, was ebenfalls eine bedeutende Rolle für den Fortgang der Übertragung spielt, ist die App „Die Macht“. Hierüber kann unter anderem über die Tagesfrage abgestimmt werden oder man sendet Beifall bzw. „Buh“-Rufe an das Team der Rundshow. Bei zu vielen gleichen Reaktionen ertönt schließlich ein Signal in der Sendung, woraufhin der Verlauf geändert bzw. das gerade diskutierte Thema verworfen wird.

Trotz meiner Begeisterung für die Show muss ich auch zugeben, dass die von Sarkasmus und manchmal etwas zu spontan aufgesetzten Witzen geprägte Sendung ab und an etwas planlos wirkt. Doch das enorme Hintergrundwissen sowie eine kritische und oftmals auch dreiste Gesprächsführung von Gutjahr gleichen diesen Missstand um Längen wieder aus. Ich werde also auch weiterhin ein großer Fan der Show bleiben und hoffen, dass das Format auch nach den vier Testwochen bestehen bleibt. Immerhin gab es bereits eine Verlängerung der Sendezeit für die kommende Woche.

Im Allgemeinen scheinen die Öffentlich-Rechtlichen Geschmack an der Verbindung TV und Internet gefunden zu haben. So wird es ab dem 4. Juni nämlich ein weiteres Projekt namens „tagesWEBshow“ geben, wo innerhalb von bis zu drei Minuten Neuigkeiten aus der Welt des WWW bekannt gegeben werden. Startschuss ist laut internetworld.de 17 Uhr auf den ARD-Digitalkanälen tagesschau24.de, Eins Festival und Eins Plus. Das Ganze wird natürlich auch im Internet zu finden sein.

Zwar ist die tagesWEBshow nicht wirklich in die Kategorie Social TV einzuordnen, allerdings ist daran zu erkennen, dass sich das Internet vermehrt mit dem statischen Fernsehen vermischt. Das Social TV wird sicherlich ebenfalls weiterhin aufblühen: Auch wenn es bereits ein paar Fails gab, so ist bereits jedem Social Media-Nerd klar, dass es mit dem interaktiven Fernsehen eigentlich erst richtig los geht.

Die Fortsetzung der „Rundshow“ wird meines Erachtens der nächste Schritt in diese Richtung sein.

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Daniel Schöberl administrator

1 Kommentar bisher

Die Goldenen Blogger 2012 sind… | DanielSchoeberl.comEingestellt am9:03 pm - Dez 18, 2012

[…] Knüwer ein Begriff sein. Während der eine unter anderem Teilzeit-Moderator des Pilot-Projektes Rundshow war, so ist der andere regelmäßig auf Social Media Kongressen zu finden und gibt sein Wissen an […]

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